Massive Preissteigerungen bei Speicher
Im Dezember 2024 und Mai 2025 habe ich für einen grösseren Umbau an meinem PC verschiedene Komponenten gekauft. Die Preisentwicklung ist ungewöhnlich krass. Im Regelfall werden technische Komponenten im Laufe der Zeit günstiger, aber diesmal sind gleich mehrere Komponenten merklich teurer geworden.
Arbeitsspeicher +400% in 9 Monaten
Im Mai 2025 habe ich 2x 16GB Arbeitsspeicher im Rahmen meines Umbaus gekauft. Dafür habe ich rund CHF 85.- ausgegeben.

Der Preis im Januar 2026 liegt bei unglaublichen CHF 419.00.

2 TB SSD Festplatte +350% in 12 Monaten
Auch bei hochwertigen SSD Festplatten sind die Preissteigerungen gigantisch. Am 27.12.2024 habe ich für eine 2TB WD Black SSD Festplatte CHF 103.- ausgegeben.

Der Preis im Januar 2026 liegt bei traumatisierenden CHF 462.41.

Asus Mainboard +47% in 9 Monaten
Im Mai 2025 habe ich ebenfalls ein neues Mainboard für meinen neuen Prozessor gekauft. Das war eines der billigstes Mainboards, das ich seinerzeit finden konnte. Bezahlt habe ich für das Asus Prime B650 Mainboard CHF 133.00.

Im Januar 2026 kostet dasselbe Mainboard CHF 194.89.

Warum die Preissteigerungen
Wenn man sich auf die Suche nach den Gründen für die Preissprünge macht, wird man recht schnell auf KI stossen. Die massive Nachfrage nach KI und deren Rechenzentren sind die Hauptgründe für die Preissteigerungen.
Techradar hat dazu einen guten Artikel verfasst: Why is RAM so expensive right now?
Die Grafikkarten, die für KI Modelle zum Einsatz kommen brauchen viel Arbeitsspeicher. Die Systeme, an die die Grafikkarten angeschlossen sind, brauchen ebenfalls viel Arbeitsspeicher. Damit kommt der Nachfragedruck von zwei Seiten.
Verschlimmert wird die Situation dadurch, dass riesige Summen in neue Rechenzentren für KI gekippt werden. Hunderte von Millarden aus den Taschen Investoren werden in den Bau von Rechenzentren investiert. Da die Rechenzentren schnell mit Hardware befüllt werden müssen, spielt der Preis nur noch eine untergeordnete Rolle.
Preissteigerungen bei Cloud und Consumer Electronics 2026
Jeder, der neue Hardware anschaffen muss, wird in 2026 für Speicher einen Aufpreis zahlen. Das wird alle treffen:
Cloud Anbieter, die ihre Infrastruktur ausbauen müssen oder einfach nur defekte Teile austauschen. Sie werden mehr für Speicher zahlen und das an die Nutzer von Cloud Services weiterreichen. Mit höheren Abo Kosten, getrieben durch die Speicherpreise, muss man also rechnen.
Endanwender, die ein neues Telefon, einen neuen Laptop oder eine Spielkonsole kaufen wollen, werden ebenfalls mehr zahlen müssen. Da die steigenden Preise sowohl Arbeitsspeicher als Grafikkarten und SSD betreffen, wird sich das mehrfach bemerkbar machen.
Das Zwangsupdate auf Windows 11 kommt damit auch zu Unzeit. Viele Laptops oder Desktop PCs wären in der Lage Windows 11 zu betreiben, aber Microsoft besteht auf moderne Komponenten. Somit wird für Unternehmen und Endanwender aus einem einfachen Software Upgrade von Windows 10 auf Windows 11 ein kostspieliger Neukauf von Hardware.
Was sind die Alternativen?
Für den Endanwender gibt es leider nur wenige Alternativen. Android Nutzer können bei einigen Smartphones immerhin eigene Speicherkarten in das Telefon stecken und damit zumindest die Preissteigerungen bei Storage abfangen.
Bei Desktop PCs kann man auf den Gebrauchtmarkt ausweichen, um günstige ältere Modelle für Festplatten oder Ram zum Austausch zu nutzen. Endanwendern steht auch die Option offen, auf z.B. Linux anstatt Windows 11 umzustellen. Damit würde die Anschaffung neuer Hardware überflüssig.
Kunden, die sich für den goldenen Käfig von Apple entschieden haben, müssen bei Neuanschaffungen die steigenden Preise einfach hinnehmen oder ihre alten Geräte noch 1-2 Jahre länger nutzen.
Cloud Lösungen in Form von SaaS sind ebenfalls ein goldener Käfig, in dem man sich als Kunde befindet. Auch hier wird man mehr zahlen müssen. Ein Umstieg auf eigene Infrastruktur wäre im Moment aufgrund der hohen Speicherkosten leider auch sehr kostspielig.